Vier Frauen. Vier Gedanken. Ein Thema.
- nicolerubisch
- 5. Juli
- 2 Min. Lesezeit
Letzte Woche saß ich bei einem Netzwerktreffen mit drei anderen Frauen in einem Meeting. Eigentlich ging es um Online-Business. Ganz schnell waren wir bei einem Thema, das viele Selbstständige beschäftigt: Sichtbarkeit und Glaubenssätze, die uns im Wege stehen.
Eine Frau sagte, sie tue sich schwer, Menschen auf ihr Angebot anzusprechen. Nicht, weil sie nicht von ihrer Arbeit überzeugt wäre. Sondern weil sie Angst vor einem Nein habe.
Ich musste sofort an einen Kellner denken.
Wenn ein Kellner fragt: „Möchten Sie noch ein Dessert?“ und der Gast sagt: „Nein, danke“, nimmt er das doch auch nicht persönlich.
Vielleicht steckt hinter der Angst vor einem Nein gar nicht das Nein selbst. Vielleicht ist es vielmehr das Gefühl, persönlich abgelehnt zu werden.
Dann meldete sich eine andere Frau zu Wort:
„Mir ist das völlig egal, was andere über mich denken. Ich poste, ich mache. Ich zeige mich – aber ich kenne zu wenige Menschen.“
Wir anderen waren überrascht und fragten: „Aber dein Handy ist doch bestimmt voller Kontakte.“ Sie pflichtete uns bei und sprach davon, von nun an aktiv auf andere Menschen zuzugehen.
Und dann sagte eine dritte Frau etwas, das mich bis heute beschäftigt:
„Eigentlich geht es ums Verzeihen. Man kann Glaubenssätze auflösen – aber man darf nicht vergessen, den Menschen, die etwas in einem ausgelöst haben, zu verzeihen.“
Ich glaube, wir alle mussten diesen Satz erst einmal wirken lassen.
Zum Schluss brachte eine vierte Frau noch einen ganz praktischen Gedanken ein.
„Die Welt ist heute so schnelllebig. Die meisten Menschen erinnern sich morgen gar nicht mehr daran, was du gestern auf Social Media gepostet hast.“
Vier Frauen, vier unterschiedliche Sichtweisen. – Und jede hatte ein Stück Wahrheit in sich.
Bestimmt gibt es nicht die eine Antwort auf das Thema Sichtbarkeit.
Ich glaube, sie beginnt sie genau dort, wo wir bereit sind, unsere eigenen Gedanken ehrlich anzuschauen. Und vielleicht dürfen wir uns dabei auch selbst ein wenig mehr verzeihen. 🤍



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