Schreiben hat sich verändert
- nicolerubisch
- 29. Juni
- 2 Min. Lesezeit
Es gibt Orte, an denen ich besonders kreativ bin. Die Natur inspiriert mich – besonders am Morgen. Ich liebe es, auf unserem Segelboot aufzuwachen. Noch bevor der Tag richtig beginnt, liegt der See ganz ruhig vor mir. Genau diese Stille schenkt mir Klarheit.
Und wenn man einen Hund hat, gehört auch ein kleines Dinghy zur Szenerie dazu. Der kleine E-Motor blubberte leise vor sich hin, während ich Richtung Ufer steuerte. Die Schotterbank kam immer näher und plötzlich war sie da – meine neue Romanheldin Leni -Helena.
Ich band das Dinghy an einem Ast fest, nahm Charly an die Leine und ging mit ihm durch den Wald. Eigentlich war ich längst mitten in meinem Roman.
So schnell es ging, zog ich mein Handy aus der Tasche und begann zu diktieren. Schritt für Schritt entstand eine Szene. Als wir zum Boot zurückkamen, war ein ganzes Kapitel fertig.
Früher spielte sich das Schreiben fast ausschließlich am Computer ab.
Heute ist das anders. Ich spreche meine Gedanken ins Handy, schicke sie mir per E-Mail und arbeite später zu Hause weiter. Erstaunlicherweise ändere ich dabei oft kaum etwas.
Die ersten Worte sind häufig die ehrlichsten.
Ich glaube, genau darin liegt für mich die größte Veränderung der letzten Jahre.
Die Technik nimmt mir das Schreiben nicht ab.
Sie schenkt mir die Freiheit, genau dort zu schreiben, wo Geschichten entstehen.
Am See, im Wald, beim Spazierengehen. Oder im Garten. Ich liebe es, wenn plötzlich eine Idee auftaucht.
Vielleicht ist Schreiben für mich deshalb ein Stück Meditation geworden.
Ich schreibe nicht nur am Schreibtisch. Ich schreibe dort, wo das Leben passiert.
Dieser Juli gehört meinem nächsten Buch:
„Das Zauberbuch – Wie Leni zu Helena wurde.“




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